Vor zehn Jahren durften sich Rollenspiel-Fans mit Mystery Dungeon: Shiren the Wanderer auf dem Super Nintendo vergnügen, jetzt hat es das rundenbasierte Taktikspiel auf den Nintendo DS geschafft, ohne Echtzeitkämpfe dafür mit zufallsgenerierten Dungeons. Und viel hat sich seit dem Grossvater auf dem SNES nicht verändert.
Zug um Zug
Gekämpft wird rundenbasiert. Klingt recht öde, ist es aber nicht. Denn dadurch erhält das Spiel einen hauch von Taktik – im Gegensatz zu anderen Konsorten nicht nur wildes auswählen von Fähigkeiten. Wenn der Spieler eine Schriftrolle nutzt oder die Waffe wechselt, dann bewegen sich alle Monster innerhalb des Dungeons. Wenn ihr einen Feind auf der Karte entdeckt, könnt ihr etwa abschätzen wie lange es dauern wird um ihn zu erreichen. Ein guter Moment um in brenzligen Situationen auch einmal einen Heiltrank einzuwerfen. Ihr müsst euch stellenweise an Feinden vorbeischleichen oder einem Feuerspucker ausweichen.

Shiren der Samurai
Der Spieler befindet sich in der Rolle als junger Samurai Shiren auf der Suche nach dem legendären goldenen Land Kondor. Ob es wirklich existiert? Trotz des Einstiegs, welcher eher zu einem epischen Rollenspiel passen würde, entpuppt sich Mystery Dungeon: Shiren the Wanderer als Dungeoncrawler. Die Story flacht sehr schnell ab, trotz den Gesprächen mit Bewohnern. Irgendwie fehlen die persönlichen Einblicke in das Leben des Protagonisten und auch bei Treffen von anderen Reisenden kommt keine Stimmung auf. Die Kulisse steht dem SNES-Vorbild in nichts nach. Das Figurendesign ist putzig, die Umgebung sieht jedoch klobig aus – ein Schuss SNES-Nostalgie auf dem Nintendo DS. Das Abenteuer beginnt der Spieler auf Stufe 0 in Begleitung des Wiesels Koppa. Das Wiesel hat jedoch keinerlei Einfluss auf das Spielgeschehen und es trägt auch nicht merklich zur Atmosphäre bei. Auf einer Karte zeigt euch die Wege durch Landschaften und Dungeons. Ich empfehle euch immer ein paar Reisbälle auf die Reise mitzunehmen, ansonsten muss Shiren verhungern.